1. Wozu brauche ich Politik?

Politik heißt die Interessen von vielen verschiedenen Menschen miteinander zu vereinbaren. © Jared Rodriguez / Truthout

Jede Gesellschaft braucht Spielregeln (Gesetze). Eine wichtige Aufgabe der Politik ist es, diese Gesetze zu beschließen und dafür zu sorgen, dass sie umgesetzt und eingehalten werden. Aber Politik ist mehr als das Erstellen von Gesetzen. Schließlich geht es um die Interessen und Bedürfnisse der Bürger.

Denke einmal an Deine Heimatstadt: Gefällt sie Dir? Sicherlich gibt es viele Dinge, die dazu beitragen, dass Du Dich hier wohl fühlst. Vielleicht hast Du aber auch Ideen, wie Du die eine oder andere Sache verbessern würdest.

Wie auch immer Deine Idee aussehen mag; wenn sie das Zusammenleben mit anderen Menschen betrifft, ist sie politisch. Politische Ideen haben immer mit einer größeren Zahl von Menschen und gesellschaftlichen Gruppen zu tun. In jeder Gesellschaft gibt es unterschiedliche Interessen. Was die Einen möchten, gefällt den Anderen nicht, stört sie oder beeinträchtigt sie vielleicht.

Eine wichtige Aufgabe der demokratischen Politik ist es, einen Ausgleich dieser Interessen herzustellen. Das bedeutet sehr oft, Kompromisse zu finden. Bei mehr als 29.000 Einwohnern in der Stadt Baden, rund 8,4 Millionen Menschen in Österreich und über 500 Millionen in der Europäischen Union, kannst Du Dir sicher vorstellen, dass das nicht immer einfach ist.

Politik gestaltet Staat und Gesellschaft

Es gibt verschiedene Möglichkeiten Politik zu definieren. © Politik Forum Baden / Peter Ramberger

Das Wort „Politik“ leitet sich aus dem Griechischen „polis“ (= Stadt, Staat) beziehungsweise dem lateinischen Wort „politicus“ (= staatswissenschaftlich) ab und bedeutet so viel wie „Kunst der Staatsverwaltung“.

Der Begriff „Politik“ ist vielseitig und deshalb besonders schwierig zu erklären. Bis heute gibt es keine allgemein gültige Definition, aber viele unterschiedliche Ansätze. Fast jeder Mensch würde den Begriff „Politik“ anders erklären.

In erster Linie fällt unter Politik all das, was wir eindeutig als politisch ansehen, zum Beispiel die Regierung, die Parteien, die Politiker oder Institutionen wie den Nationalrat oder die Landtage, aber auch politische Maßnahmen und  Regelungen, zum Beispiel die Bildungs-, Sicherheits- und Beschäftigungspolitik eines Staates.

Als politisch bezeichnen wir ebenfalls die Art und Weise, wie die Interessen und Bedürfnisse der Bürger berücksichtigt werden, zum Beispiel durch Interessensvertretungen, Gewerkschaften, Medien, Bürger- oder Protestbewegungen.

In demokratischen Systemen hat Politik darüber hinaus die Aufgabe, eine gerechte Verteilung von Gütern wie Einkommen, Sozialleistungen oder den freien Zugang zum Bildungssystem zu sichern. Politik heißt daher auch, sich um die Schwächeren in einer Gesellschaft zu kümmern.

Info: Philosophen aus aller Welt haben sich schon früh mit der „richtigen“ Politik auseinander gesetzt. So verfasste beispielsweise der griechische Philosoph Aristoteles im 4. Jh. vor Christus sein Werk „Die politischen Dinge“. In diesem untersucht er als Erster die verschiedenen Staatsformen. Interessant ist, dass Aristoteles die Demokratie damals als schlechte Staatsform beschrieben hat, da sie für ihn eine Herrschaft der Freien und Armen im Staat ist und zum Schaden der Tüchtigen und Wohlhabenden führt.

>> Kapitel 2  „Was bringt mir Demokratie?“ <<

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